Interview mit einem Sieger
Gerade drei Wochen sind vergangen, seit Simon Sturm einen ganz besonderen Erfolg feiern durfte: den Titel des Landessiegers bei „Jugend debattiert 2013“. AKG- Schulkoordinatorin für „Jugend debattiert“ Andrea Klein sprach mit dem frischgebackenen Sieger.
Frau Klein: Simon, wie fühlst du dich als Landesfinalist von „Jugend debattiert“?
Simon: Im Wesentlich kann ich nur Ansgar Kemman zitieren: Ihr könnt stolz darauf sein, aber bildet euch nichts darauf ein. Hessen ist das Bundesland mit der größten Teilnehmerzahl, dann kann man natürlich stolz sein, dort Landessieger zu sein.
Frau Klein: Hattest du dich vorher schon mal mit der Diskussionsfrage deiner Debatte „Sollte Erdgas-Fracking in Deutschland erlaubt werden?“ auseinandergesetzt?
Simon: Nein, die Thematik ist mir zum ersten Mal begegnet. Das ist das, was mir an „Jugend debattiert“ auch besonders gut gefällt: Dass man sich mit neuen Thematiken beschäftigt und sich mit beiden Perspektiven zu einem Thema auseinandersetzt.
Frau Klein: Dein Gewinn bestand aus der Teilnahme an einem Rhetorik-Seminar. Wo wart ihr untergebracht?
Simon: In der Jugendherberge Rothenfels. In den ersten Tagen waren wir unter uns, in den letzten beiden Tagen kam eine Musikschule dazu. Wir hatten neben aller Arbeit noch jede Menge Spaß, aber im Vordergrund stand natürlich das Debattentraining. Dabei habe ich die Kenntnisse der bekannten Formate vertiefen können.
Frau Klein: Kannst du das mal an einem Beispiel veranschaulichen?
Simon: Zum Beispiel waren wir in Gruppen von 8 Personen und haben dadurch auf einer sehr privaten Ebene diskutieren können, aber auch Dinge gelernt, die nicht unmittelbar mit Debatte zu tun hatten, z.B. die richtige Körperhaltung. Darüber hinaus haben wir durch das Rezitieren von Gedichten gelernt, wie man eine bestimmte Wirkung beim Publikum erzielen kann.
Frau Klein: Habt ihr euch auch über Rhetorik an sich unterhalten?
Simon: Wir haben die Kenntnisse der Rhetorik nicht nur in der Theorie (z.B. Rhetorik-Modelle nach Aristoteles) vertieft, sondern diese auch unmittelbar auf die Praxis angewandt.
Frau Klein: Habt ihr das Spannungsfeld von Suggestion und Argumentation im Rahmen des Rhetorik-Seminars thematisiert?
Simon: Ja, es ist thematisiert worden. Die Frage dabei war, was eigentlich das Ziel von „Jugend debattiert“ ist. Am Ende stand dann die Erkenntnis, dass es um das anwaltliche Reden geht. Dass man beide Parteien vertreten kann. Dass man gemeinsam daran arbeitet, keinen Kompromiss zu finden, sondern zu überlegen, welche Perspektiven sich aus welchen Gründen gegenüberstehen.
Frau Klein: Freust du dich aufs Bundesfinale?
Simon: Erstmal auf die Bundesqualifikation! Aber tatsächlich bin ich jetzt in Gedanken schon in Berlin. Ja, ich freue mich, vor allem darauf, die Leute wiederzusehen. Ich habe viele interessante Menschen im Rahmen von „Jugend debattiert“ kennengelernt, die ich heute teilweise zu meinen Freunden zähle. Und natürlich freue ich mich auf die Debatten. Und dann hoffe ich, dass es fürs Finalereicht.
Frau Klein: Gibt es etwas, das du abschließend noch loswerden möchtest?
Simon: Ich möchte einen großen Dank an die Menschen aussprechen, die mich in diesem Zusammenhang unterstützt haben. Nachdem ja die ersten Erfahrungen im Regionalverbund 2011 nicht so gut waren, hätte ich mir nie träumen lassen, dass ich mal so weit kommen würde. Gut, dass ich an diesem Punkt nicht aufgegeben habe! Also Aufruf an alle: Durchhalten lohnt sich!
Frau Klein: Lieber Simon, ich wünsche dir alles Gute für die Bundesqualifikation in Berlin. Wir fiebern alle mit dir!
(13.05.2013)