Altes Kurfürstliches Gymnasium Bensheim

Gymnasium mit altsprachlichem Zweig
Schule mit musikalischem Schwerpunkt
Partnerschule des Leistungssports

AKG: Bei den „Career Nights“ informierten Ehemalige über Studien- und Berufswege / Nicht nur Wunderkinder oder Einser-Abiturienten werden gefördert

Bensheim. Alle zwei Jahre gibt das Alte Kurfürstliche Gymnasium (AKG) seinen Oberstufen-Schülern und auch Schülern anderer Einrichtungen, Starthilfe für das Leben nach dem Abitur. "Career Nights" nennt sich die Veranstaltung, die in diesen Tagen ihre siebte Auflage erlebte.

Tipps für die Berufswahl

"Wir wollen den Schülern damit zeigen, dass sie bei der Berufswahl langsam in die Gänge kommen müssen", sagte Thomas vom Machui. Der inzwischen pensionierte Lehrer und Vorsitzende des AKG-Fördervereins hatte das Projekt einst mit aus der Taufe gehoben mit dem Ziel, den Schülern einen breitgefächerten Einblick in die Berufswelt zu bieten. Von Machui: "Das können Schule und Lehrer in dieser Form nicht leisten."

Während der "Career Nights" werden die heutigen Schüler von ehemaligen Absolventen des traditionsreichen Bensheimer Gymnasiums mit allgemeinen Tipps zu verschiedenen Berufsbildern sowie Insiderwissen versorgt. Von Machui ist immer wieder angetan von der Bereitwilligkeit der "Alt-AKGler", sich etwa aus Hamburg oder aus der Schweiz auf den Weg zu machen, um an ihrer früheren Lehranstalt von ihren beruflichen Karrieren zu berichten. "Ich finde das sehr bemerkenswert."

44 Vorträge

Das Themenspektrum war auch in diesem Jahr bei insgesamt 44 Vorträgen breit gestreut. Es wurde informiert über Naturwissenschaften, Geisteswissenschaften, Wirtschaftswissenschaften, Ingenieurwissenschaften, ebenso über Perspektiven bei Polizei oder Bundeswehr. Die Nischenberufe Schauspieler und Fußballprofi beleuchteten Markus Frank und Hanno Balitsch - der einmalige Nationalspieler ist aktuell für den Zweitligisten FSV Frankfurt aktiv.

Fächerübergreifendes war ebenfalls zu erfahren. Christiane Dümmler beschäftigte sich in ihrem Vortrag mit dem Thema Studien-Stipendien. Die Professorin, die in Worms Wirtschaftssprachen und Kulturwissenschaften lehrt und unter anderem Mitglied im Auswahlausschuss der Studienstiftung des deutschen Volkes ist, entkräftete zunächst die herrschende Meinung, Stipendien wären ausschließlich etwas für geistige Überflieger oder Wunderkinder.

Einser-Abiturienten, die nicht alleine über die Straße kommen, sind nicht die Zielgruppe der Förderung, erläuterte die Hochschullehrerin. Ein hohes Maß an Leistungsbereitschaft und Leistungsfähigkeit werde zwar erwartet, sei aber keinesfalls das allein entscheidende Prüfmerkmal bei der Vergabe der Stipendien. Wichtig seien zudem Weltoffenheit, eine überzeugende Persönlichkeit, praktische und soziale Kompetenz, die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Ehrenamtliches Engagement (zum Beispiel bei der Feuerwehr) werde ebenfalls besonders gewürdigt.

Etwaige Brüche im Lebenslauf würden nicht als Ausschlusskriterium erachtet, sondern könnten sich als Indiz für die Fähigkeit des Bewerbers erweisen, Schwierigkeiten meistern zu können.

Die Bewerbungs- und Auswahlmodalitäten der einzelnen Förderungsträger sind unterschiedlich. Einige Institutionen entscheiden ausschließlich auf Grundlage einer schriftlichen Bewerbung, anderer führen zusätzlich schriftliche Prüfungen durch oder testen die Kandidaten in Einzelgesprächen.

Die Vorzüge eines Stipendiums gehen weit über die finanzielle Unterstützung, die nicht zurückgezahlt werden muss, hinaus. Der Aufbau eines Netzwerkes sowie der regelmäßige Austausch und Kontakt mit Stipendiaten und Altstipendiaten, auch aus anderen Fachrichtungen, kann sich zum wichtigen Impulsgeber während des beruflichen Werdegangs entwickeln.

Christiane Dümmler riet ihren Zuhörern eindringlich, sich mit der Materie zu befassen und sich für ein Stipendium zu bewerben. "Man hat dabei nichts zu verlieren." eh/s

© Bergsträßer Anzeiger, Dienstag, 10.02.2015