Altes Kurfürstliches Gymnasium Bensheim

Gymnasium mit altsprachlichem Zweig
Schule mit musikalischem Schwerpunkt
Partnerschule des Leistungssports

AKG: Theater-AG zeigt unterhaltsame Inszenierung über ein versehentliches Liebeschaos

Bensheim. Kurzweiliges Schultheater mit höchstem Unterhaltungswert: Die englischsprachige Theater-AG des Alten Kurfürstlichen Gymnasiums hat sich mit der Farce „Oh, Promise Me!“ von Pete Williams ein wunderbares Stück ausgesucht, das mit einer turbulenten Handlung und schillernden Charakteren aufwarten kann. Das Premierenpublikum erlebte den Dreiakter am Dienstag im Speichertheater der Schule. Weitere Aufführungen sind heute (Donnerstag) und morgen jeweils um 19 Uhr.

Barry Hollis (Leonard Kaiser) ist ein gut aussehender Princeton-Absolvent, der im Alter von 21 Jahren gerade das Vermögen seines Vaters geerbt hat. Im Zug trifft er seine Traumfrau Gladys Vance (Leyla Ertas) – und verliebt sich unsterblich in sie. Im Anwesen seiner vornehmen Tante Mrs. Hollis (Jule Dingeldein) angekommen, überredet er sie, Gladys einzuladen. 

Doch die Korrespondenz wird vertauscht: Statt seiner Verflossenen Patsie Linden (Johanna Opper) einen schriftlichen Laufpass zu schicken, erhält sie eine überraschende Bitte zum Wiedersehen. Die poltert mit ihrer schrillen Mutter im Schlepptau in das noble Haus. Als sie die Lage erkennt, droht sie mit einer Klage wegen eines gebrochenen Eheversprechens. 

Barry verspürt Druck. Mit allen Mitteln versucht er ihr vorzuspiegeln, er sei schon verheiratet und könne deshalb nicht verklagt werden. Als Ehefrau stellt er die angehende Schauspielerin Anne (Vanessa Gaus) vor. In dem Durcheinander taucht schließlich auch Gladys auf und Barry verliert völlig den Kopf. Die wahre Liebe offenbart sich erst, als der Anwalt Miller (Pascal Harter) am Ende verkündet, dass Barry pleite sei. 

Das Ensemble unter der Regie von Florian Krumb und Björn Meyer agiert durchweg vital und mit einer ganzen Menge Spielfreude. Hier ein trickreicher Hahn im Korb, dort eine abgeklärte Lady mit Blick auf eine gute Partie, und mittendrin eine Oase echter Zuneigung, die bisweilen sogar mit Waffengewalt verteidigt wird. 

Das Stück ist bis in die Nebenrollen klasse besetzt: Carla Fuchs und Hannah Helbig spielen die beiden jungen Hollis-Schwestern, Fabian Kabuß gibt den müden Butler, der sich in all dem Trubel gerne mal einen doppelten Whisky genehmigt. Und Artemis Karavani überzeugt als etwas zu laute und vulgäre Mrs. Linden, die einem vorkommt, als hätte sie in einem besseren Hause deutlich zu laut nach der Toilette gefragt. 

In weiteren Rollen beziehungsweise als alternierende Besetzung zu sehen sind Sam Williams, Laura Rusch, Adeline Schürmann, Anthea von Glahn, Lissy Backmann, Jonathan Keller, Linus Strnad und Sophie Heß als Mutter, deren Baby sich Barry kurzerhand „ausleiht“, um den Anschein der Ehe gegenüber den weiblichen Eindringlingen zu untermauern. 

Maske und Kostüme (Cara Metzner, Julian Hirsch) passen prächtig in die 30er Jahre, in denen das Stück spielt. Die Figuren sind allesamt fein gezeichnet, vor allem die auffälligen Unterschiede in den Charakteren von Ann, Gladys und Patsie. Die Inszenierung dauert zirka 100 Minuten mit Pause nach dem zweiten Akt. tr.