Altes Kurfürstliches Gymnasium Bensheim

Gymnasium mit altsprachlichem Zweig
Schule mit musikalischem Schwerpunkt
Partnerschule des Leistungssports

Von unserem Redaktionsmitglied Dirk Rosenberger

Bensheim. Das Beste kommt zum Schluss. Zumindest für Architekt Tom Nieper und mit Blick auf das Großprojekt am AKG, das seit 2015 läuft und noch einige Jahre dauern wird. Als letzte bauliche Amtshandlung soll nämlich der alte naturwissenschaftliche Trakt abgerissen werden. „Danach werden alle anderen Gebäude eine Einheit bilden, Freiräume werden sichtbar, die jetzt noch nicht zu erkennen sind“, erklärte Nieper am Mittwochvormittag in der Mensa der Schule. 

„Werden die Chance nutzen“

Dort war man zusammengekommen, um den ersten Meilenstein zu feiern: Die Einweihung des neuen naturwissenschaftlichen Trakts, der zwischen Mensa und Hauptgebäude entstanden ist. „Vielleicht fragen sich ja manche, was wir da überhaupt gemacht haben. Es scheint nicht so recht zu passen, der Blick ist verbaut“, meinte der Architekt einleitend und verwies auf den letzten Bauabschnitt, in dem der Bau aus den 70er Jahren abgebrochen wird. 

Danach wird sich alles fügen und eine harmonische Gesamtkomposition bilden. Vor allem das denkmalgeschützte Haus wird bestens in Szene gesetzt. Bis dahin „ist es jedoch ein enormes Zusammenrücken und Improvisieren“, so Nieper. Die Schulgemeinde scheint jedoch darauf eingestellt und freute sich, dass der erste Schritt geschafft ist. 

„Diese Anlässe braucht man, um sich weiter frisch und fröhlich auf den Weg machen zu können“, betonte Schulleiterin Nicola Wölbern. Der Kreis Bergstraße habe viel Geld investiert, was nicht nur, aber auch ein Ansporn sei, auf hohem Niveau pädagogische Arbeit zu leisten. „Wir werden diese Chance nutzen“, versprach Wölbern. Bereits in der Projektwoche vor den Ferien konnten die neuen Chemiesäle getestet werden. Das Ergebnis entsprach den Erwartungen. Experimentieren und forschen ist in jedem Raum unter modernen Aspekten möglich – dank einer erstklassigen Ausstattung. 

Zur Belohnung gab es für die Planer und alle am Bau Beteiligten ein Schokoladenpräsent. Die kann auch als Nervennahrung eingesetzt werden, denn die Baustellenzeit am AKG ist lange nicht vorbei. 

Bis 2019 werden voraussichtlich 20 Millionen Euro in den Neubau des naturwissenschaftlichen Trakts, in die Renovierung des Hauptgebäudes, den Umbau der alten Turnhalle in eine Bibliothek sowie den Abriss des jetzigen naturwissenschaftlichen Trakts fließen. Damit einher geht schließlich eine Neugestaltung des Außengeländes. 

Aus der alten Turnhalle soll allerdings nicht nur eine Bibliothek, sondern ein moderner Lernort werden. Der Förderverein sammelt deshalb nach wie vor Spenden für eine Galerie mit 30 Arbeitsplätzen. Aktuell läuft der zweite Bauabschnitt, der die aufwendige Sanierung des Hauptgebäudes zum Ziel hat. 

Landrat Christian Engelhardt erinnerte daran, dass der Kreis seit 15 Jahren in einem hohen Maße in die Schulen investiert. „Auch wenn der Eindruck ein anderer sein mag: Wir haben nicht mal die Hälfte der Schulen auf den Stand gebracht, den wir haben wollen.“ Viele Einrichtungen warten immer noch darauf, dass es losgeht. „Wir wollen die modernst möglichen Unterrichtsräume schaffen“, gab Engelhardt die Losung aus. 

Am Alten Kurfürstlichen Gymnasium hat man nun das erste Kapitel beendet. 4,1 Millionen Euro sind in den Neubau geflossen. Gut angelegtes Geld, bestätigte der Behördenchef. „Wissensleuchttürme können wir nur bei unseren Kindern aufbauen“, hob Engelhardt die Bedeutung einer erstklassigen schulischen Bildung hervor. 

Dass der naturwissenschaftliche Trakt schon vor der Eröffnung die Kreativität der Schüler gefördert hat, zeigte sich an einem Filmbeitrag unter dem Titel Baustellenrevue. Drei Gymnasiasten führen ein junges Mädchen durch die Räume und bringen ihr mit Experimenten die Vorzüge von Chemie, Physik und Biologie näher – und stellen nebenbei das Gebäude mit all seinen Möglichkeiten vor. 

Eine charmante Idee, kurzweilig umgesetzt. 

Forscherdrang bei den Schülern wecken

Bevor das symbolische Band zur Einweihung des naturwissenschaftlichen Trakts am AKG durchgeschnitten werden konnte, brachte Schulamtsdezernent Bernhard Zotz seine Hoffnung zum Ausdruck, dass der Neubau die Schüler zu Höchstleistungen anregt und sie mit Forscherdrang vorgehen – woran er keinen Zweifel habe. Für Zotz, seit August im neuen Amt, war es einer der ersten öffentlichen Termine. Zuvor war er Schulleiter am Heppenheimer Starkenburg-Gymnasium. Das wird nun, wie berichtet, von Nicola Wölbern mitverwaltet, bis die Führungsposition in der Kreisstadt neu besetzt wird. 

Lob gab es außerdem von Bürgermeister Rolf Richter. Bensheim sei die Stadt der modernen und lebendigen Schulen. Schon allein am AKG, in das er vor 41 Jahren eingeschult wurde, habe sich einiges getan. Damit bezog er sich jedoch nicht nur auf bauliche Veränderungen, sondern auch auf pädagogische Konzepte. Dennoch müsse die Hülle genauso modern sein wie die Inhalte, die vermittelt werden. 

Er dankte dem Kreis, „dass er die Mittel, die er über die Schulumlage von den Städten einnimmt, so sinnvoll wieder einsetzt“. 

Danach schritten die Verantwortlichen mit Scheren zur Tat und gaben den Trakt drei Tage nach den Sommerferien offiziell für den Unterricht frei. 

Musikalisch umrahmt wurde die Feierstunde vom Orchester des AKG unter der Leitung von Rainer Michels, das mit drei Stücken für Abwechslung zwischen den Redebeiträgen sorgte. Ein besonderer Willkommensgruß galt dem früheren Schulleiter Karlheinz Wecht, in dessen Amtszeit noch der erste Spatenstich für den Neubau fiel und der das Großprojekt mit auf den Weg gebracht hatte. 

dr