Altes Kurfürstliches Gymnasium Bensheim

Gymnasium mit altsprachlichem Zweig
Schule mit musikalischem Schwerpunkt
Partnerschule des Leistungssports

AKG-FÖRDERVEREIN: Vorsitzender Thomas von Machui kritisierte bei Mitgliederversammlung mangelnde Kommunikation mit dem Landratsamt als Schulträger

Bensheim. Seit fast 20 Jahren befindet sich das Alte Kurfürstliche Gymnasium (AKG) in einer permanenten Bauphase. Im November 2010 wurde die für 3,1 Millionen Euro errichtete Mensa eröffnet, 2012 erfolgte die 3,5 Millionen Euro teure Sporthalle, und seit 2015 läuft auf dem Schulgelände zwischen Fehlheimer Straße, Mozartstraße, Wilhelmstraße und Franz-Liszt-Straße die Generalsanierung, in die über 20 Millionen Euro investiert wird.

Schulleiterin Nicola Wölbern erlebt das seit rund 15 Monaten hautnah mit und beschrieb das am Mittwochabend bei der Mitgliederversammlung des AKG-Fördervereins mit „unglaublich viel Dynamik und Bewegung“ im AKG. Während sie von einer funktionierenden Baustelle („es gibt keine Beschwerden“) spricht, die auch weniger Lärmbelästigung verursache, als befürchtet, ist Förderkreis-Vorsitzender Thomas von Machui dagegen ziemlich „genervt“. Weniger wegen der Baustelle, sondern insbesondere wegen der Kommunikation zwischen Bauherrn (dem Kreis Bergstraße als Schulträger) und Förderverein, der das Bauprojekt nicht nur unterstützt, sondern auch finanziell fördert.

Keine Details bekannt

Das gilt vor allem für den Umbau der alten Turnhalle in die Bibliothek, die von Machui als künftiges „Herzstück“ der Schule versteht und für die sich der Förderverein in besonderer Weise engagiert. Über 37 000 Euro an Spenden wurden bisher gesammelt, um damit die Hälfte der Kosten für die geplante Empore zu finanzieren und einen besonderen Schwerpunkt zu setzen.

Doch bisher kennt der Förderverein lediglich ein erstes Konzept für die Bibliothek, das im April des vergangenen Jahres von der Architektin vorgestellt wurde. Details waren trotz damaliger Zusage seitdem nicht in Erfahrung zu bringen. „Nichts ist in den vergangenen elf Monaten passiert“, ärgert sich der Vereinsvorsitzende vor allem darüber, dass es auf mehrere Anfragen nicht eine Antwort gegeben habe. Bis Montag will man noch auf mögliche Reaktionen warten, bevor dem Unmut mit einem entsprechenden Schreiben an den Landrat Luft gemacht werden soll.

Auch wenn es an Informationen fehlt, hofft Schulleiterin Wölbern mit dem Förderverein, die neue Bibliothek im Januar 2019 einweihen zu können, denn es wäre wünschenswert, dass diese Einrichtung beim Tag der offenen Tür den möglichen neuen Schülern vorgestellt werden könne. Auf jeden Fall will man der hervorragenden Bedeutung der Bibliothek für die Schule mit einer mehrtägigen festlichen Einweihung gerecht werden. Gedacht ist an verschiedene kulturelle Veranstaltungen wie Konzerte, Lesungen und ähnliches, an denen sich auch der Förderverein finanziell beteiligen wird. Dafür stehen im Förderplan 2018 insgesamt 2000 Euro bereit.

Insgesamt stellt der Förderverein in diesem Jahr wieder knapp 58 000 Euro zur Verfügung, um das Schulleben am AKG über den Standard hinaus zu bereichern und attraktiver zu machen.

Logbuch für die Unterstufe

Mit knapp 10 000 Euro werden Fachschaften und Unterricht unterstützt. Neben ergänzenden Unterrichtsmaterialien und Medien fällt darunter auch das 2017 neu eingeführte Logbuch für die Unterstufe, das sich als hilfreiches Werkzeug für Eltern und Schüler erwiesen hat, eine spezielle Besonderheit am AKG ist und als Eintrittsgeschenk für die Jahrgangsstufe 5 vom Förderverein finanziert wird.

In die AGs und Begabtenförderung – schwerpunktmäßig Chor, Orchester, Big Band, Sport, Theater-AG – fließen rund 8000 Euro. Der Hauptanteil der Förderung mit rund 35 000 Euro entfällt in diesem Jahr auf das Schulleben und hier insbesondere in Zusammenhang mit der Gebäudesanierung. Neben der Bibliothek (2700 Euro für Einweihung und Bücher) spielt dabei auch die Schulküche eine große Rolle.

Da die Sanierung der im Souterrain des Altbaus untergebrachten Schulküche nicht in das Sanierungsprojekt des Schulträgers aufgenommen werden konnte, kümmert sich jetzt der Förderverein darum. Anschlüsse für Wasser und Strom werden im Zuge der Generalsanierung erneuert, so dass es nur um die Kosten für die Ausstattung geht. Die Schulleitung hat sich bei Fachfirmen inzwischen schlau gemacht und rechnet mit Kosten von insgesamt etwa 30 000 Euro. 10 000 Euro stellt der Förderverein sozusagen als Anschub schon mal ein, wobei mit der Sanierung erst 2019 zu rechnen ist. Bis zur Einweihung des neuen AKG-Campus 2020 soll die neue Küche aber dann fertig sein.

Auch an einer einheitlichen Außendarstellung der Schule wird weiter gearbeitet, wobei der größte finanzielle Aufwand für die Gestaltung der Website anfällt, die in professionelle Hände gegeben werden soll. Dafür stellt der Förderverein 10 000 Euro zur Verfügung. Zu diesen größeren Beträgen kommen noch viele kleinere, alljährlich wiederkehrende Ansätze wie Mittel für den Jahresbericht, Abifeier und -ball, Schulpsychologin, Ideenbörse, Sozialbudget und anderes mehr.

Derzeit 415 Mitglieder

Die Einnahmequellen des Fördervereins ruhen auf drei Säulen. Den größten Anteil tragen die aktuell 415 Mitglieder. Dabei liegt der Mitgliedsbeitrag zwischen 20 und 40 Euro, wobei nach oben keine Grenzen gesetzt sind.

Auch die im August 2011 in Betrieb genommene Photovoltaikanlage speist Geld in die Vereinskasse – seit der Inbetriebnahme immerhin stattliche 57 757 Euro, wie Kassenwart Patrik Roeder informiert. Schließlich zahlt sich auch der Einsatz der rund 50 Helfer aus der Elternschaft aus, die den Betrieb der Cafeteria aufrecht erhalten.

Da es seitens der Kassenprüfer keine Beanstandungen gab, war die einstimmige Entlastung des Vorstands reine Formsache. Vorstandswahlen stehen erst 2019 wieder an.

js

Termine und Pläne

-  Mit einem fotografischen Blick auf das Gewächshaus , das seinen Standort auf dem Campus am Lehrerhaus hat und dessen Zukunft noch ungewiss ist, gab Fördervereins-Vorsitzender Thomas von Machui einen symbolischenAusblick auf bevorstehende Ereignisse am AKG.

-  Im April soll der Kinofilm „Das schweigende Klassenzimmer“ gezeigt werden. Die wahre Geschichte fand in Bensheim ein glückliches Ende. Es geht um eine Abiturklasse in der DDR, die anlässlich des Ungarn-Aufstands eine Schweigeminute eingelegt hatte und als Folge vom Abitur ausgeschlossen worden war. Die Klasse flüchtete in den Westen und landete am ehemaligen Aufbaugymnasium, wo sie 1958 ihr Abitur machte. Auch ein Zeitzeuge wird zur Filmvorführung erwartet.

-  Am 25. August steht der runde Geburtstag „90 Jahre Bensheimer Scholaren“ an, und im kommenden Jahr kann auf 333 Jahre AKG zurückgeblickt werden. Geplant ist außerdem auf dem Campus die Ansiedlung eines Bienenvolks, das dann den AKG-Honig produzieren soll.

- Die aktuelle Generalsanierung verläuft in drei Bauabschnitten . Im ersten Bauabschnitt sind die Mediathek, die EDV-Fachklassen und zwölf Klassenräume betroffen. Im zweiten Bauabschnitt werden die Verwaltung und weitere 24 Klassenräume saniert.

- Als Ausweichquartier wird der alte naturwissenschaftliche Anbau genutzt, der dann im dritten Bauabschnitt, vermutlich ab November 2018, abgerissen wird und Platz macht für eine mit Bäumen bepflanzte Wiese , die den Schülern einen attraktiven Außenaufenthalt ermöglichen soll.

js

© Bergsträßer Anzeiger, 16. März 2018