Altes Kurfürstliches Gymnasium Bensheim

Gymnasium mit altsprachlichem Zweig
Schule mit musikalischem Schwerpunkt
Partnerschule des Leistungssports

Akademische Feier mit Zeugnisübergabe an 114 Absolventen / Etliche Belobigungen für engagierte Schüler

Bensheim.„Der Förderverein ist begeistert, so viele Buchpreise für sehr gute Leistungen im Abiturjahrgang ausgeben zu dürfen.“ Mit diesem indirekten Lob für die tollen Leistungen der Abiturientinnen und Abiturienten begann Nicola Wölbern, Schulleiterin des AKG, ihre Rede zum Auftakt der Akademischen Feier, die kurz davor mit einem fulminanten Auftritt des Chores der Abiturienten eröffnet worden war.

114 Schüler legten in diesem Jahr am AKG ihr Abitur ab, 24 davon mit einem Schnitt von 1,5 oder besser, drei mit der Traumnote 1,0. Der Jahrgangsschnitt liegt bei 2,12 und damit über dem Landesdurchschnitt. Wölbern betonte, dass sie „begeisterungsfähige, intelligente junge Menschen“ seien, „die auch in einer komplexen Welt die Fähigkeiten haben, aktiv mitzuwirken“. Besonders sei ihr das in den Abiturprüfungen aufgefallen. Sie habe sich „gewünscht“, sich selbst auch einmal „wieder mit so vielen verschiedenen Fragen beschäftigen zu dürfen“ und mit den Schülern auch weiter in einen „interessanten, horizonterweiternden Dialog“ einzutreten. Nun ginge es darum, für sich richtige Weichen zu stellen. „Abi ist ab morgen vorbei – die Zukunft kann beginnen.“ Als Naturwissenschaftlerin führte sie dazu ein kleines Experiment vor: Ein „Lebensglas“ wird zunächst mit Sand, dann mit Kieselsteinen und anschließend mit großen Steinen gefüllt. Doch für die großen Steine ist kein Platz mehr. In der umgekehrten Reihenfolge passt jedoch alles hinein. „Wer also mit den großen Lebensentscheidungen beginnt, kann darauf vertrauen, dass sich auch die kleineren gut fügen werden. Entscheidungen treffen ist ein Privileg und ein Wagnis, das sich im Ergebnis lohnt, wenn auch Um- und Irrwege zum Ziel führen.“

Der Vorsitzende des Elternbeirates, Hartmut Opfermann, erinnerte in seiner Rede vor allem daran, dass Freude die vielleicht wichtigste Triebfeder im Leben ist: Wenn man für etwas brenne, dann sei man auch gut darin. Er unterstützte Nicola Wölberns Gedankengang: Falsche Entscheidungen ließen sich korrigieren. Sich diese einzugestehen sei besser, als etwas ohne Leidenschaft zu verfolgen. Auch Lehrer müssten sich diese Frage immer wieder stellen, Neuem gegenüber aufgeschlossen sein und damit umgehen können, dass ihre alten Kreidetafeln bald verschwänden.

Zumindest die Tutorinnen und Tutoren der Leistungskurse waren offenkundig auf neue Medien gut vorbereitet: Sie meldeten sich diesmal per Videoclip zu Wort: Ob mit Handpuppen, Sport- und Musikgeräten oder dem eigenen Nachwuchs – auf selbstironische Art zeigten sie, warum sie sich für ihr Fach begeistern und was sie ihren Schülerinnen und Schülern neben dem Lehrplan noch fürs Leben mitgeben wollten.

Herausragende Leistungen

Als Vertreter der Schülerschaft trat unter anderen der Träger des diesjährigen Preises „Jugend hilft“ des Rotary-Club Bensheim – Südliche Bergstraße (der BA hat darüber ausführlich berichtet), Jakob Strehler, auf die Bühne. Ausgezeichnet wurde sein Engagement insbesondere in der Event-AG, die alle schulischen Veranstaltungen mit technischem Know-how und Arbeitseinsatz begleitete, sowie sein Engagement im Schul-, Kreis- und Landesschülerrat und sein beispielhafter Einsatz bei Protestaktionen des Kreisschülerrates gegen die Kürzungen in der gymnasialen Oberstufe vor zwei Jahren. Gemeinsam mit Chiara Sörgel und Kim Jetter betonte er die Bedeutung des Zusammenhalts und des gemeinschaftlichen Engagements mit und für Schüler.

Welche wertvollen Kompetenzen über fachliche Bildung und Leistung hinaus die Absolventen entwickeln konnten, ließ sich eindrucksvoll an den besonderen Belobigungen bei der Ausgabe der Abiturzeugnisse erkennen: Es gab diverse Auszeichnungen für herausragende Leistungen in Mathematik, Chemie, Physik, alten Sprachen und Sport sowie in den freiwilligen Arbeitsgemeinschaften – Theater, Chor, Orchester, Event-AG, Schulwegbegleiter oder Schulsanitätsdienst. red

AKG-Medaille für Johannes Opfermann

Das AKG hat auch in diesem Abiturjahrgang wieder außergewöhnlich viele engagierte Schülerinnen und Schüler. Einige wurden mit eigens zu diesem Zweck kreierten Medaillen geehrt: Für hervorragende Leistungen im Schulsport verbunden mit fairer Haltung und persönlichem Engagement innerhalb der Schulgemeinde erhielten Leonie Lüdtke und Charlotte Steffens die Pierre-de-Coubertin-Medaille des Landessportbundes Hessen.

Doch das Altes Kurfürstliche Gymnasium ist nicht nur als Partnerschule des Leistungssports ausgezeichnet. Kennzeichnend für das AKG ist die Musik als Quelle der Freude für sehr viele Schüler. Die Akademische Feier wurde vielfältig und auf sehr hohem Niveau von musikalischen Beiträgen umrahmt. Neben dem eingangs erwähnten Abiturientenchor sorgte das Orchester unter Leitung von Gundolf Aisenpreis und Rainer Michels zweimal für ein willkommenes musikalisches Intermezzo, bei dem unter anderem der Abiturient Philipp Reichardt sein Können auf dem Cello in der Sonate Nr.3 von Pergolesi solistisch zeigen durfte.

Mit einem professionell gespielten Jazz- und Funk-„Gongschlag“ eröffnete eine vierköpfige Rhythmusgruppe der Abiturienten den Reigen der Zeugnisübergabe, die von der von Sonja Hayer-Lenz geleiteten Big Band fetzig beendet und zum letzten Höhepunkt des Abends überführt wurde: der Verleihung der AKG-Medaille.

Bei einem solch musikalischem Abiturjahrgang war es konsequent, jemandem die AKG-Medaille „pro virtute et prudentia“ zu verleihen, der sich in diesem Bereich besonders hervorgetan hat: als Sänger, Leiter des Stufenchors, aktiv in der Rhythmusgruppe, der Big Band, zudem Abiturient mit sehr guten Leistungen, als begabter Mathematiker, Schauspieler und begnadeter Kirchenmusiker: „Johannes Opfermann verkörpert die Vielseitigkeit humanistischer Bildung, für die das AKG steht.“ So hieß es unter anderem in der Laudatio seiner Tutorin und Leiterin des Musik-Leistungskurses, Sabine Wulf.

Am Ende des Abends war für die Schüler vermutlich der „Freispruch“ ihres Oberstufenleiters Hans-Jürgen Boysen-Stern das Wichtigste. So wie früher die Gesellen mit dem Gesellenbrief freigesprochen wurden, sind es nun die Schüler mit dem Abiturzeugnis: Frei von schulischen Zwängen. Frei in ihren Entscheidungen. Ob sie sich leiten lassen von den guten Ratschlägen des Abends, wird die Zukunft zeigen. red