Altes Kurfürstliches Gymnasium Bensheim

Gymnasium mit altsprachlichem Zweig
Schule mit musikalischem Schwerpunkt
Partnerschule des Leistungssports

Martin Sckopke ist IT-Architekt bei der Lufthansa. Er baut keine Flugzeuge, sondern entwirft mobile Anwendungen für Airline-Mitarbeiter und Kunden, um das Fliegen sicherer, bequemer und schneller zu machen. Der 56-Jährige entwickelt Software-Lösungen und Integrationslandschaften, in denen enorme Datenmengen zusammenfließen und sinnvoll vernetzt werden.

„Wo, wenn nicht bei einer Fluglinie, sind mobile Services eine sinnvolle Sache?“ fragte der Diplom-Informatiker im AKG rhetorisch. Wer in die Luft geht, will seine Daten mitnehmen. Das gelte für den Passagier ebenso wie für das Bordpersonal und die Techniker am Boden.

Mit 130 000 Mitarbeitern, 343 Flugzielen und 30 weltweiten Starts in jeder Minute ist die Lufthansa-Gruppe ein riesiger Arbeitsplatz mit einem enorm hohen Digitalisierungsgrad, der ständig weiter ausgebaut werde, so Sckopke in Bensheim.

Als IT-Architekt ist er unter anderem dafür zuständig, aus gesammelten Daten optimale Wartungsintervalle abzuleiten, die Lieferkette der Cargo-Linie zu verbessern oder den automatisierten Check-in-Service via Kunden-App weiter zu entwickeln. Bereits heute gibt es bei der Airline über 300 einzelne Anwendungen von der Flottenplanung über die Technik bis hin zum Personalmanagement.

Maßgeschneiderte Lösungen für beinahe jeden Prozess. Ein Pilot beispielsweise möchte per Smartphone wissen, wo er nächste Woche landen wird. Und eine Flugbegleiterin, in welchem Hotel sie morgen Abend übernachten soll. First- und Business-Class-Reisende wollen vom Bordpersonal namentlich begrüßt werden. Eine App hilft dabei.

Roboter Pepper weist den Weg

„Rund 40 Architekten überlegen sich, wie man die Datenmengen integriert und Systeme vernetzt.“ Wer diesen Beruf ausüben will, sollte ein fundiertes IT-Vorwissen mitbringen und Spaß daran haben, komplexen Zusammenhängen auf den Grund zu gehen. Sckopke denkt anwendungsorientiert.

Schon in der Schule hat er mit Informatik angefangen. Abi 1982. „Damals gab es noch keine PCs.“ Nach dem Studium jobbt er bei einem mittelständischen Unternehmen, entwickelt Software für den Betrieb von Kraftwerken, leitet Projekte. 2005 wollte er in einen großen Konzern einsteigen. Die Lufthansa sagt zu. Vor drei Jahren ist er in die IT-Architektur gewechselt. Englisch ist die Alltagssprache.

Auch die Robotik hat im Flugverkehr bereits Einzug gehalten. Roboterdame Pepper hat am Münchner Flughafen bereits Passagieren den Weg zum Abfluggate, zum Shop oder zur nächsten Toilette gewiesen. Das Hirn des Humanoiden ist mit einer Cloud vernetzt. Der BA wollte vom Insider wissen, ob bald auch in der Luft Roboter den Tomatensaft servieren werden.

Martin Sckopke schüttelt den Kopf. „Das sehe ich in absehbarer Zeit nicht.“ In 10 000 Metern Höhe gehe es weniger um eine elektronische Übernahme standardisierter Abläufe, sondern darum, potenzielle Ausnahmesituationen schnell und richtig bewältigen zu können. Und dafür braucht es Menschen. tr