Altes Kurfürstliches Gymnasium Bensheim

Gymnasium mit altsprachlichem Zweig
Schule mit musikalischem Schwerpunkt
Partnerschule des Leistungssports

Die Silber-Medaille gewonnen oder doch eher Gold verloren?

Diese Frage stellte sich die AKG-Leichtathletik-Schulmannschaft der Wettkampfklasse IV (Jahrgänge 2005/2006) nach der Siegerehrung beim Landesentscheid „Jugend trainiert für Olympia“. Und um zu erfassen, wie knapp die Entscheidung über Gold und Silber am Ende tatsächlich war, lohnt es sich, den Modus dieses Wettbewerbs genauer anzuschauen.

Die acht besten Schulteams aus Hessen wurden nach Vorentscheiden auf Kreis- und Regionalebene zum Landesfinale nach Wetzlar eingeladen. Sechs Jungen und sechs Mädchen bilden eine Mannschaft. Alle Teams treten im 50-Meter-Sprint, im Weitsprung, Ballwurf, in einer Hindernis-Staffel und im abschließenden Zehn-Minuten-Lauf gegeneinander an, wobei in jeder Disziplin die jeweils fünf besten Mädchen- und Jungen-Resultate in die Wertung kommen. Für jede Disziplin wird eine Rangfolge erstellt, bei der das jeweils erstplatzierte Team einen Punkt, das zweitplatzierte Team zwei Punkte bekommt, bis hin zur achtplatzierten Mannschaft, die acht Punkte erhält. Am Ende hat die Mannschaft gewonnen, die über fünf Disziplinen die wenigsten Ranglistenpunkte aufweist.

Nach Auswertung aller Ergebnisse musste man selbst im Wettkampfbüro genauer hinschauen, bevor man die Siegerehrung durchführen konnte. Für das AKG standen, genau wie für das Goethe-Gymnasium aus Kassel, 14 Ranglistenpunkte zu Buche. Also zwei Landessieger, oder? Nein, leider nicht. Bei Punktgleichheit entscheidet der direkte Vergleich und hier hatte Kassel zwei Disziplin-Siege – im Weitsprung und im Zehn-Minuten-Lauf – aufzuweisen. Das AKG hatte „nur“ die Staffel gewonnen.

Für das AKG gewannen Silber, hinten von links: Delia Hügel (5s), Melina Greene (6s), Lina Altenburg, Pauline Roth (beide 7s), Stella Bertuzzi, Charlotte Keller (beide 6s). Vorne, von links: Leo Gebauer, Harris Yohendran (beide 6s), Noah Samstag, Peter Vötterl (beide 7s), Justus Arndt und Johann Roth (beide 6s). 

Lehrer-Trainer Markus Forster: „Man kann diese Regel gut oder schlecht finden, aber so ist es festgelegt und das akzeptieren wir natürlich. Als ich dann aber den Auswertungsbogen mit den Ergebnissen aller Teams erhalten habe und das Ergebnis des Zehn-Minuten-Laufs einsehen konnte, wurde mir erst so richtig klar, wie knapp unsere Mannschaft den Landessieg verpasst hatte.“ Beim abschließenden Ausdauerlauf war das AKG-Team ausgezeichnete 23.000 Meter gelaufen. Für Kassel waren 23.100 Meter gelistet, gerade einmal 100 Meter mehr. Das ist der kleinste Abstand, der bei der Auswertung überhaupt berücksichtigt wird. Da aber auch die Schule aus Wiesbaden 23.100 Meter gelaufen war, erhielt das AKG nicht zwei, sondern drei Punkte. Nur durch diesen Umstand entstand am Ende die Gleichheit bei den Ranglistenpunkten, die zur Entscheidungsfindung über Gold und Silber das Heranziehen des direkten Vergleichs nötig machte. „Die Enttäuschung war zunächst schon spürbar und das ist angesichts dieses engen Ergebnisses auch verständlich. Letztlich hat die Mannschaft aber einen tollen Wettkampf abgeliefert und kann sich auch über die Silber-Medaille freuen“, bilanzierte Sportlehrerin Ines Harjes das erfolgreiche Abschneiden ihres Teams.

Nach Gold und Bronze der beiden WK-III-Mannschaften vervollständigte das WK-IV-Team mit der Silber-Medaille den Medaillensatz der AKG-Leichtathleten bei den diesjährigen Landesentscheiden. Eine Bilanz, mit der die Erfolgsgeschichte der AKG-Leichtathletik beim Wettbewerb "Jugend trainiert für Olympia" eindrucksvoll fortgesetzt werden konnte.

Fo